Google Wallet startet – mit Rechtsstreit

Am Donnerstag hat Google wie bereits im Vorfeld spekuliert seinen neuen Bezahldienst Google Wallet vorgestellt. Kern des Systems ist eine Bezahlung in teilnehmenden Geschäften via Android-Smartphone, das mit der entsprechenden Bezahl-App und einem NFC-Chip ausgerüstet ist. Verknüpft ist das Ganze vorerst mit zahlreichen Einschränkungen, und es handelte Google umgehend eine Klage von PayPal ein.

Ebays eigener Bezahlungsanbieter ging auf die Barrikaden – und vor Gericht: Osama Bedier, der zuvor bei der Ebay-Tochter arbeitete und nun von Google abgeworben wurde, um die neue Technologie an den Handel zu vermarkten, wird des Geheimnisverrats bezichtigt. Prompt reichte PayPal den Fall bei der Justiz ein. In der Klageschrift heisst es:

„Bedier und Google haben sich widerrechtlich PayPals Geschäftsgeheimnisse angeeignet, indem sie sie innerhalb von Google und mit großen Handelsunternehmen geteilt haben.“

Steine werden aber nicht nur Google in den Weg gelegt. Auch Interessenten müssen vorerst noch einige Hürden überwinden, um an dem ersten Feldversuch, der vorerst auf New York und San Francisco beschränkt ist, überwinden. So müssen sie nicht nur ein Smartphone mit NFC-Chip besitzen (der sich mit einigen Funktionseinschränkungen auch per Sticker provisorisch nachrüsten lässt), sondern auch Kunden der Citibank mit der hauseigenen Mastercard sein. Dann dürfen sie an dem Feldversuch teilnehmen und vorerst bei Subway, Macy’s und Greenwalls mit ihrem Smartphone bezahlen.

Zudem kann die App auch Kreditkarten und Coupons verwalten. Gutscheine können beispielsweise eingescanned und beim nächsten Einkauf im betreffenden Laden eingelöst werden, das Guthaben wird dann direkt verrechnet. Android soll also zur virtuellen Brieftasche werden – bis sich die Technologie hierzulande durchsetzt, dürften aber noch mehrere Jahre vergehen.

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