Datenschutz: Apple erklärt sich!

Es war eines der Themen in den letzten Tagen. Der Umgang Apple’s mit dem Speichern der Geodaten über seine mobilen Devices. In einer ausführlichen Stellungnahme, geht Apple ausführlich auf die einzelnen Kritikpunkte ein. Gerade die Frage, wieso Apple die Standortdaten der iPhone-Besitzer aufzeichnet, beschäftigt die Nutzer und die Politik. Apple’s Antwort ist daher auch recht ausführlich.

Das iPhone zeichnet deine Standorte nicht auf. Vielmehr hält das iPhone eine Datenbank an WLAN Hotspots und Mobilfunkmasten in der Umgebung deines aktuellen Standorts vor, von denen einige über hundert Kilometer von deinem iPhone entfernt sein können, um deinem iPhone eine schnelle und genaue Berechnung seines Standorts zu ermöglichen, sofern diese Information abgefragt wird. Die Standortberechnung eines Telefons ausschließlich mit GPS-Satelliten-Daten kann mehrere Minuten dauern. Das iPhone kann dies auf wenige Sekunden reduzieren, indem es Daten von WLAN Hotspots und Mobilfunkmasten zum Auffinden von GPS Satelliten verwendet. Die Ortsbestimmung kann sogar nur über Daten von WLAN Hotspots und Mobilfunkmasten mit der Dreiecks-Ortung erreicht werden, falls kein GPS zur Verfügung steht (beispielsweise in geschlossenen Räumen oder Untergeschossen). Diese Berechnungen werden in Echtzeit auf dem iPhone durch Zugriff auf eine „crowd-sourced“ Datenbank aus WLAN Hotspots und Mobilfunkmasten durchgeführt, die durch die vielen Abermillionen von iPhones erzeugt wird, die die standortbezogenen Informationen des nächstgelegenen WLAN Hotspots oder Mobilfunkmasten in anonymer und verschlüsselter Form an Apple senden.

Das Problem ist eben diese crowd-sourced Backup-Datei, die in Teilmengen wie Apple selbst schreibt unverschlüsselt auf dem iPhone zu finden ist. Bisher ging man immer davon aus, dass die Standortdaten, die Daten sind, wo sich das iPhone auch aufgehalten hat. Apple hingegen beschreibt die Daten der croud-sourced-Datei als die Standorte der WLAN-Hotspots und Mobilfunkmasten, die zum Teil hundert Kilometer von den Aufenthaltorten der iPhone-Besitzer entfernt sein können. Eine genaue Rückverfolgung über die Mobilfunkmasten wäre laut Apple auch nicht möglich, da die Daten in anonymisierter und verschlüsselter Form verschickt werden. Apple gesteht jedoch Nachbesserungsbedarf ein. So sollen die Daten der croud-sourced-Datei künftig entweder immer verschlüsselt oder besser noch, direkt und ohne Zwischenspeicherung an Apple übertragen werden. Diese Neuerung soll mit dem Update iOS 4.3.3 behoben sein, welches seit gestern Abend über iTunes zur Verfügung steht.

Soweit kling die Meldung plausibel, einzig die Tatsache, dass es sich bei der Speicherung der historischen Daten um einen Softwarefehler handeln soll, bleibt schwer nachzuvollziehen. Apple schreibt hier:

Der Grund, dass das iPhone so viele Daten speichert ist ein Softwarefehler, den wir entdeckt haben, und den wir planen in Kürze zu beheben (siehe unter Software-Update). Wir denken nicht, dass das iPhone die gesicherten Daten von mehr als sieben Tagen benötigt

Schwer nachvollziehbar, da Apple-Mitarbeiter sich doch sicherlich über die Größe der Datei hätten wundern sollen. Bei Abermillionen iPhone’s mal eben die historischen Geodaten zu speichern, sollte einen überdimensionalen Speicherbedarf notwendig machen. Im gleichen Atemzug gesteht Apple einen weiteren Softwarefehler ein. Beim deaktivieren der Ortungsdienste am iPhone wurden die Daten dennoch aufgezeichnet. Auch das sollte keinem Software-Experten bei Apple in drei Jahren iPhone-Zeitalter aufgefallen sein? Wie dem auch sei, auch dieser angebliche Softwarefehler soll mit iOS 4.3.3 behoben werden.

Die Datenschutzbestimmungen in Deutschland sind hart. So soll einem Bericht der „Welt Online“ Apple dem Justizministerium versichtert, Ortungsdaten nur mir Zustimmung der Nutzer zu speichern. Durch den bekannt gewordenen Fehler ist dies nicht erfolgt – auch, wenn es laut Apple sich nicht um die Standortdaten des iPhones, sondern um die der WLAN-Hotsots bzw. Mobilfunkmasten handeln soll. Solche gravierenden Software-Fehler sollten einem Konzern wie Apple nicht passieren. Gerade die Menüführung im HAndy selbst (Deaktivierung der Ortungsdaten) sollte doch Abermillionen Mal im Vorfeld getestet worden sein.

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