Dells Marketingchef zerreisst Apples iPad-Strategie

iPad 2Dells Marketingchef Andy Lark hat im Interview mit einer australischen Zeitschrift seinem Groll gegenüber Apple Luft gemacht und hat dabei gewagte Thesen offenbart: langfristig, so Lark, werde das iPad auf dem Business-Sektor keinen Erfolg haben. Die bisherigen Verkaufszahlen beider iPad-Modelle ignoriert er dabei geflissentlich.

Das iPad sei zu teuer und zu abgeschlossen – mit diesen Statements schlägt Lark in die Kerbe, die Apple-Fans und Apple-Hasser voneinander spaltet. Oftmals wird sie als Neid ausgelegt, bisweilen auch als schlichte Trend-Verweigerungshaltung. Nichtsdestotrotz hat das iPad einen ganzen Markt begründet und ins Rollen gebracht – und die meisten Hardware-Hersteller versuchen schlicht, billigere Tablets auf den Markt zu werfen, ohne dabei eigene Innovationen einzubringen. „Apple ist toll, wenn man viel Geld hat und auf einer Insel lebt. Es ist aber ganz und gar nicht toll, wenn man in einer facettenreichen, offenen und vernetzten Firma arbeitet – da werden einfache Dinge schnell sehr komplex“, erklärt Lark und ignoriert dabei, dass es bereits zahlreiche Unternehmen gibt, die das iPad erfolgreich in ihrer Unternehmens-IT eingebunden haben. Steve Jobs wurde vor der Präsentation des iPad sogar in amerikanischen Klinikgruppen gesichtet, um ihnen das iPad erfolgreich näherzubringen.

Lark erklärte, Dell wende sich mit seinen Modellen vom Konsumenten-Markt ab und biete Tablets besonders für Business-Kunden an – dabei hatte sich gerade Dell mit romantischen Werbespots zur Markteinführung des Dell Streak ganz gezielt an Endverbraucher gewandt und wollte wohl kaum Unternehmens-ITler mittels Blumensträußen von der Office-Integrationsfähigkeit seines neuen Tablets überzeugen. Es wird sich also in den kommenden Monaten zeigen, ob Dell tatsächlich das Zeug hat, dem iPad den Rang abzulaufen: möglich ist es, wenn das Unternehmen eigene Ideen mitbringt.

2 Kommentare

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DAMerrick
kommentierte am 1. April 2011 um 10:51 Uhr

In einer „offenen, vernetzten Firma lebt“. Lebt dieser Typ auf dem Mond oder in seiner Rosa-Welt?

Ich kenne bis auf unser Unternehmen keine Firma die so angeblich offen ist wie der Manager das propagiert. Im Gegenteil. Fest gelegtes OS, festgelegte Handy, festgelegte Computerhardware und festgelegte Programme. Und die Admins kriegen regelmäßig die Krise wenn der oberste CEO ein neues Handy gekauft hat.

Offene Firmen? Von wegen. Genau das Gegenteil.
Und das geschlossene System von Apple wird sich dort sehr wohl fühlen.

god.l
kommentierte am 1. April 2011 um 23:24 Uhr

Ich kenne kein „größeres“ Industrie-Unternehmen, und vor allem die bestimmen den hier angesprochenen „Business-Sektor“, das bereit wäre sich dem Diktat eines Produktes zu unterwerfen, das ohnehin nur ein verhältnismäßig geringen Nutzen bringt.
In „meiner“ Firma, ca. 450.000 MA weltweit, benötigen zigtausende einen PC, aber nur einige Wenige würde ernsthaft von einem iPad profitieren. Und die entsprechenden PCs sind unter Kontrolle der hauseigenen IT, wir unterhalten eigene Entwicklerteams im Hause Microsoft und passen Software bei Bedarf einfach selbst an.
Ich unterstelle mal, dass der App-Freigabe-Prozess über Apple deutlich länger dauert und zu undurchsichtig bzw. unkalkulierbar ist, als dass man darauf seine Geschäftssoftware und somit seinen Geschäftserfolg stützen würde.
Mal ganz abgesehen vom iTunes-Zwang um seine Kontakte zu synchronisieren. Was soll das denn!? Und nein, die wenigsten Firmen werden es zulassen, dass diese internen Daten über MobileMe die Firma verlassen.

Aus meiner Sicht sind die iOS-Geräte reine Consumer-Produkte, die zwar einen überragenden Bedienkomfort bieten, der aber nicht das entscheidende Kriterium im Business-Sektor ist.

Was er allerdings mit einer „offenen Firma“ meint, ist mir nicht klar.

PS: iOS-Geräte sind in unserem Netz nicht gestattet!

PPS: Ich liebe mein iPad… aber eben nur ganz privat, für die Arbeit bringt es mir nichts. :-)

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