iOS 4.3 mit Kindersicherung – Segen oder Fluch?

Jeder kennt sie: die Passwort-Eingabe im App-Store. Gerade unterwegs kann sie durchaus nervtötend sein, beispielsweise als Beifahrer auf Straßen, die den Winter nicht unbeschadet überstanden haben – doch schützt sie gleichzeitig auch vor teuren Rechnungen, wenn der Nachwuchs zum Beispiel durch In-App-Käufe zuschlägt. Von zahlreichen Eltern gab es genau deswegen Beschwerden – nun hat Apple reagiert.

Bisher wurde mit Eingabe des Passworts eine fünfzehn Minuten dauernde Session eröffnet, während der ohne weitere Passworteingaben weitere Käufe ermöglicht wurden. Manche Eltern stellte das vor große finanzielle Probleme, wenn der Nachwuchs beispielsweise in dem Kinderspiel „Smurf’s Village“ eine Vorratspackung Schlumpfbeeren gekauft hat, um damit das eigene Dorf aufzuhübschen: bis vor Kurzem schlug dieser Kauf mit stattlichen 80 Euro zu Buche – eine Monetarisierungsmaßnahme übrigens, die Publisher Capcom in einem etwas zweifelhaften Licht erscheinen lässt, richtet sich doch das Spiel gerade an arglose Kinder.

Hier hat Apple mit iOS 4.3 einen Riegel vorgeschoben: die vorläufige Passwort-Speicherung entfällt mit der neuen Version. Eltern werden es Apple danken, andere Nutzer weniger – denn statt diesen Weg über eine optionale Kindersicherung einzuschlagen, wird die Speicherung pauschal abgeschafft. Mit anderen Worten: künftig wird grundsätzlich für jede Transaktion eine Passworteingabe fällig. Insbesondere unterwegs kann dies, wie eingangs erwähnt, auf Dauer nicht nur nervend, sondern auch durchaus kritisch werden, wenn das Passwort von jemandem mitgelesen wird. Man sollte sich bewusst machen, dass man bei der Eingabe des Kennworts beobachtet werden kann – und der Schaden, der durch ein gestohlenes iPhone und einem bekannten Kennwort entsteht, kann mitunter sehr viel größer ausfallen als durch eine Session, die nach 15 Minuten automatisch ausläuft.

Zur Eingabe des Passworts gilt also – natürlich nicht nur beim iPhone oder iPad, sondern generell bei allen Geräten: raus aus der Öffentlichkeit und möglichst die Eingabefläche verdecken, damit neugierige Blicke erfolglos bleiben. Und der eine oder andere Publisher von Apps sollte sich darüber hinaus einmal Gedanken machen, welches Licht auf ihn fällt, wenn in Apps für Kindern Upgrades gegen solch hohe Kosten angeboten werden…

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