Berliner Zeiten – Artikel am Puls der Hauptstadt

Mit der App Berliner Zeiten hat die Redaktion der B.Z. ein neues Angebot gestartet. In monatlicher Erscheinungsweise erhalten die Käufer Wissenswertes und weitere Artikel rund um die Spreemetropole.

Berliner Zeiten, das lässt sich unschwer schon am Namen erkennen, zielt auf Fans der als weltoffen und verschroben bekannten deutschen Hauptstadt ab: zahlreiche Dichter, Denker und Lyriker haben sich dieser Stadt verschrieben, die so kontrastreich wie wohl kaum eine zweite deutsche Metropole ist. Hier leben arm und reich Tür an Tür, der viel besungene Dreck der Stadt wird durch den Glamour übertüncht. Mittendrin: die Berliner, ein ganz eigenes Volk, das man entweder lieben oder hassen kann. An jene, die diese Stadt und ihre Menschen lieben, richtet sich diese App: ein Editorial der B.Z. aus dem Axel Springer-Verlag, das in monatlicher Erscheinungsweise erneuert wird.

Inhaltlich präsentiert sich die Version 1.0 wie die Stadt selbst: glamourös und boulevardesk. FAZ-Artikel sollte man hier nicht erwarten – aber wer würde das schon auch tun bei einem Berlin-Magazin. Darin erhalten die Nutzer der App Foto-Reportagen, die Berlin aus einem ganz anderen Blickwinkel zeigen, Hintergründe und Analysen, ebenso wie Feuilleton-Artikel – beispielsweise ein Interview mit Panikrocker Udo Lindenberg. Jeweils am 15. des Monats erscheint eine neue Ausgabe der Berliner Zeiten – und zwar manuell über In-App-Kauf: eine automatische kostenpflichtige Aktualisierung gibt es nicht. Die App wird einmal bezahlt, installiert und lädt dann die jeweils aktuelle Ausgabe der Berliner Zeiten herunter, bei Erscheinen einer neuen Ausgabe werden die Kosten für die App erneut fällig – wenn gewünscht.

Auch an Berlin orientierte sich offensichtlich das Layout der Berliner Zeiten: eins vorweg, Ordnungsfanatiker werden an dieser App nur eingeschränkt Freude haben. Eine Mischung aus unterschiedlichsten Schriftarten, unglücklich strukturierten Inhalten und eine Navigation, die erst beim zweiten Hinsehen übersichtlich erscheint, rundet gewollt oder ungewollt das Erscheinungsbild ab, das sich streng an Berlin orientiert. Kurzum: die App ist ebenso chaotisch wie die Stadt selbst und wirkt recht provisorisch. Wem Inhalte wichtiger als übersichtliches Hochglanz-Layout und strenge Gestaltung nach Regelwerken sind, wird hierüber aber hinweggetröstet werden. Denn die Inhalte sind es, mit denen die Berliner Zeiten glänzen können – und mit denen sie sich wohltuend vom Einheitsbrei der bisherigen iPad-Magazine abheben. Kurzum: Berlin-Fans dürften die Berliner Zeiten lieben, Berlin-Hasser werden sie – vermutlich – hassen.

Voraussetzungen: Kompatibel mit iPad. Erfordert iOS 3.2 oder neuer.

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