Nachlese: Das neue Abo-Modell von Apple schränkt Verlage stark ein

Gestern haben wir ausführlich über das neue Abo-Modell von Apple berichtet. Für Verleger scheint es zumindest ein Kompromiss zu sein, nicht ausschließlich den Weg über den App Store gehen zu müssen. Sie können weiterhin ihre Abos via Online, Print, mobile, etc. verkaufen und dabei ihre Abos auch weiterhin über die eigenen Kanäle vertreiben. Apple macht nur zur Bedingung, dass alle Abos zusätzlich auch im App Store angeboten werden müssen. Laut Apple’s Philosophie soll jeder Nutzer damit selbst die Wahl haben, für welchen Weg er sich letztlich entscheidet. Apple setzt auf das millionenfach bewährte System App Store und sieht für Verlage Synergien und insbesondere aufgrund der Reichweite gute Absatzchancen.

Ein Satz aus der gestrigen Pressemitteilung wollen wir aber ein wenig genauer unter die Lupe nehmen. Dort heißt es nämlich: „Darüber hinaus müssen Verlage künftig auf Links in ihren Apps verzichten (beispielsweise zu einer Webseite), die es Kunden ermöglicht Inhalte oder Abos außerhalb der App zu kaufen.“

Ein Satz, der den Verlagen auf den zweiten Blick mal so gar nicht gefallen sollte. Denn damit untersagt Apple den Verlagen, auf ihre so wichtigen cross-selling Angebote zu verzichten. Nicht nur das, auch die eigenständige Vermarktung mobiler Reichweite an interessierte Werbetreibende untersagt Apple mit dieser Voraussetzung. Auch wenn die meisten Verlage noch keine nennenswerten mobilen Reichweiten aufweisen, ist es ein Geschäft welches künftig sehr lukrativ werden könnte und somit Apple von Anfang an den eigenen Riegel vorschieben will. Vielleicht ist ein nächster Schritt von Apple, den Verlagen ihre Werbeplattform iAd auf’s Auge zu drücken. Denn dann könnte innerhalb der Verlags-Apps zwar wieder Werbung geschaltet werden, nur würde in diesem Fall Apple selbst als Vermittler der Werbung an den Umsätzen wieder beteiligt sein. Der Ärger ist aus unserer Sicht vorprogrammiert und der Kompromiss der einer schien, ist für Verlage eigentlich keiner. Gerade in dieser Phase, wo der mobile Markt noch mehr oder weniger in den Kinderschuhen steckt und Nutzer an Abrechnungsmodelle, Prozesse, etc. gewöhnt werden muss, bedeutet diese Maßnahme eigentlich ein „no go“ für Verlage. Auf der anderen Seite kann sich Apple diese Haltung erlauben, denn der App Store von Apple ist weltweit beliebt und bietet den Verlagen direkte und weltweite Vertriebskanäle.

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