Rückblick: Verlage und ihre iPad-Medien

Zum Anfang des Jahres sah die Medienwelt im iPad noch die große Rettung, Axel Springer-Chef Matthias Döpfner erklärte dem amerikanischen Interviewer Charlie Rose sogar, dass jeder Verleger Steve Jobs täglich anbeten und sich bei ihm bedanken solle. Die ersten Zahlen der Verkäufe verschiedener Publikationen auf dem iPad schienen diese Prognose zu bestätigen, doch zum Ende des Jahres lässt sich die Bilanz doch nicht so rosig betrachten wie angenommen wurde. Ein Bericht von WWD Media zeigt auf, wie sich die Lage in den vergangenen Monaten verhielt.

So startete das berühmte Magazin „Wired“ im Juni mit 100.000 Bestellungen im App Store, konnte im November aber nur noch 23.000 Ausgaben verkaufen. Auch andere Blätter wie etwa Glamour (4.301 im September, 2.775 im November) oder Vanity Fair (10.500 im August, 8.700 im November) konnten ihre Auflage auf dem Tablet weder ausbauen noch halten.

Verantwortlich für die schlechten Werte könnten ein fehlender Store für Magazine und Zeitungen, wohl aber auch unzureichende Funktionen für Abos sein. Sicherlich tragen aber auch die Preise ihren Beitrag zu den unglücklichen Absätzen, so kostet manch virtuelle Zeitschrift genauso viel wie ihr Pendant auf dem Papier oder sogar mehr. Die viel gelobte App von Wired schlägt beispielsweise mit €2,99 zu Buche, ein Abo der Printausgabe ist hingegen für $12 erhältlich.

(darwin)

Ein Kommentar

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DAMerrick
kommentierte am 31. Dezember 2010 um 15:45 Uhr

Bei Wired kann man als Nutzer noch froh sein eine gute App zu finden.
In good old germany ist der Stern das einzige Magazin das eine multimediale und gut nutzbare App bereitstellt.

Spiegel, Bunte, das Otto Versandhaus – ja sogar die c’t kommen als schlecht lesbare und verzoomte PDF Ausgabe aufs iPad. Das will doch keiner haben.
Und für sowas gibt dann auch keiner Geld aus.

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