App-Review: DocWallet als Tresor für Dokumente

iOS-Geräte werden gerne für den Transport von Dokumenten verwendet. Jedoch meiden Nutzer dabei bewusst das Übertragen von sensiblen Daten, da diese auf dem Heimcomputer oder auf Papier im Schrank doch sicherer zu liegen scheinen. Eben diesem Problem widmet sich die kostenfreie Anwendung DocWallet, eine iPad-App, die sich selbst als „Schließfach für Ihre Dokumente“ beschreibt.

Was ist es, das DocWallet sicherer macht, als andere ähnliche Dienste? Im Mittelpunkt steht sicherlich die Verschlüsselung, die durch das Fraunhofer AISEC (Einrichtung für angewandte und integrierte Sicherheit) getestet wurde. Notwendig dürfte so eine Verschlüsselung in jedem Fall sein, da DocWallet sich als sichere Lagerung für Dokumente von Ärzten, Anwälten oder Politiker darstellt.

DocWallet arbeitet neben PDF-Dokumenten auch mit Word, Excel, Powerpoint und Bildern. In diesen Dateien können Nutzer Kommentare hinterlassen oder einfach die Inhalte nachlesen. Für eine bessere Übersicht erlauben Entwickler das Anlegen von Ordnern, wodurch sich private und berufliche Dateien trennen lassen.

DocWallet synchronisiert – aber kostenpflichtig

Im 21. Jahrhundert geht es nicht mehr nur um die Datensicherung, sondern vermehrt auch um die drahtlose Synchronisation. Auch diese wird von DocWallet angeboten, wobei die verschlüsselten Daten über Server der Deutschen Post geleitet werden.

Um die Synchronisation verwenden zu können, müssen Nutzer innerhalb der App das Extra „bis 3 Geräte“ erwerben und können damit über 12 Monate den Datenabgleich genießen. Doch nicht nur der In-App-Kauf, sondern auch eine zusätzliche Software für Mac oder Windows (kostenfrei erhältlich über die DocWallet-Webseite) wird gefordert. So erst lassen sich die sensiblen Daten auf den jeweiligen Systemen empfangen.

Wer glaubt, DocWallet wäre nur im Arbeitsalltag sinnvoll einzusetzen, sollte über sensible Informationen nachdenken, die zu Hause im Schrank lagern und unterwegs fehlen. Verschiedene Versicherungsnummern, Passwörter oder Kopien vom Reisepass und Personalausweis werden immer wieder gebraucht und könnten in DocWallet als Foto aufbewahrt werden. Möglich ist das einfach über den Befehl „Foto importieren“.

Sicherheit aus Deutschland

Zugegeben, mit einem Blick auf die Entwickler von DocWallet fühl man sich etwas sicherer bei der Weitergabe sensibler Daten. Die DP IT Brief GmbH gehört zur Deutschen Post und kümmert sich hier um die Entwicklung von Lösungen für eine einfachere Zusammenarbeit im großen Unternehmen. Trotz dessen wäre mir die Weitergabe und Synchronisierung von so wichtigen Daten, wie Patientenakten, Gerichtsunterlagen oder Protokollen zu politischen Plänen, zu riskant. Jeder Serverausfall, eine neu entdeckte Lücke in der Verschlüsselung und ähnliches könnte dafür sorgen, dass DocWallet plötzlich gar nicht mehr so sicher ist. Ein Restrisiko bleibt also immer vorhanden – auch, wenn es bei DocWallet sicherlich geringer ist, als bei anderen Anwendungen.

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