iBooks Author: Kritik an AGB

Apple konnte sich nach dem Education-Event in New York und der darauf folgenden Veröffentlichung der kostenlosen Mac App iBooks Author über überwiegend positive Rückmeldungen seitens der Presse und Anwender erfreuen. Doch wenn man sich die Lizenzbedingungen der Software näher zu Gemüte führt, dann wird klar, dass die Vertriebsmöglichkeiten für Autoren und Entwickler äußerst beschränkt sind.

So ist unter anderem zu lesen, dass man das elektronische mit iBooks Author geschaffene Buch ausschließlich über Apple vertreiben darf, wenn man dafür eine Gebühr verlangt. Diese Bestimmung gilt dabei für jedes Buch. Also sind neben Sach- und Schulbüchern auch simple Koch- oder Reisebücher davon betroffen. Im Klartext bedeutet dies also, dass jedes mit iBooks Autor erstellte Buch nur über Apples iBookstore gegen Entgelt vertrieben werden kann. Andere gewinnbringende Vertriebswege sind damit für Autoren und Entwickler ausgeschlossen. So berichten zahlreiche Kritiker der Lizenzbestimmungen, dass diese sehr weit gehen und die kreativen Ergebnisse der erstellten Arbeit in deren Vervielfältigung stark einschränken.
Die AGB enthalten aber noch weitere Punkte, die zahlreiche Autoren und Entwickler negativ stimmen sollten. So wird festgelegt, dass Apple nicht für Kosten, Schäden und Verluste haften wird, die dem Nutzer der Software entstehen. Dies beinhaltet außerdem eine Entscheidungswahl seitens Apple, ob ein E-Book überhaupt den Weg in den iBookstore findet oder nicht. Demnach wird es vorkommen, dass mit iBooks Author erstellte Bücher abgelehnt werden. Diese können dann aber auch auf keinem anderen Weg vom Autor kostenpflichtig zum Vertrieb angeboten werden. Somit bleibt ausschließlich die Möglichkeit des meist unattraktiven kostenlosen Angebots. Das Dateiformat der E-Books ist ein weiterer Kritikpunkt. So exportiert die Apple Software das Open-Source-Format ePub zwar. Allerdings müssen Autoren und Entwickler mit starken Einschränkungen im Layout rechnen.

Demnach muss man die nächsten Monate abwarten und dann schauen, wie sich der iBookstore entwickeln wird. Die Attraktivität des Angebots wird höchstwahrscheinlich sowieso nur von den großen Verlagsgesellschaften und deren Bücher abhängen.

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