Apple Design: „Weniger ist mehr“

Apple, das Unternehmen aus Cupertino, ist seit Jahren auf dem Erfolgskurs und bricht in nahezu jedem Quartal Absatz- und Umsatzrekorde. Doch woran liegt es, dass Produkte von Apple so beliebt sind?

Neben der verbauten hochwertigen Technik ist es vor allem auch die Funktionalität, die viele Menschen an Apple-Produkten begeistert. Aber auch ein weiterer wichtiger Faktor, der Elektronikartikel von Apple so einzigartig macht und nicht zu unterschätzen ist, ist das Design. Hierbei setzt Apple seit Ende der 90er Jahre auf einen Grundsatz: Weniger ist mehr. Denn wenn man einen Blick in sämtliche Produktgruppen des Computerherstellers wirft, dann fällt auf, dass das Design stets ästhetisch, schlicht und gleichzeitig auch innovativ gehalten wurde, damit eine Handhabung des Geräts auch optimal möglich ist. Doch wie kam es dazu?

Um diese Frage beantworten zu können, ist eine Reise in die Vergangenheit notwendig.

Steve Jobs und seine Vision von Computern
Apple stellte bereits in den 70er Jahren erste Computer her und zählte damit zu den ersten Herstellern der Branche. Doch im Gegensatz zu seinen Kollegen befasste sich Steve Jobs von Beginn an nicht nur mit der Technik, die damals noch in den Kinderschuhen steckte. Er hatte auch stets das Design im Blick und wollte unter allen Umständen vermeiden, dass ein Computer zur damaligen Zeit grau und eher trist aussieht. Allerdings gelang es ihm erst in den 90er Jahren, seine Visionen vom Aussehen eines Computers umzusetzen. Ein Grund hierfür ist sicherlich der Rausschmiss von Steve Jobs aus dem Unternehmen. Mitte der 80er Jahre musste er nämlich Apple verlassen und kehrte erst 1997 zurück.

Chef-Designer Jonathan Ive
Als Steve Jobs gegen Ende der 90er Jahre wieder als CEO bei Apple arbeitete, fiel ihm ein junger Designer im Unternehmen auf, dessen Ergebnisse beeindruckten. Somit entschloss sich Jobs, das Design-Talent Jonathan Ive zu fördern. Ihm wurde dann der notwendige Freiraum gegeben, den ein Künstler wie er es ist, benötigt, um seine Kreationen zu verwirklichen. Jonathan Ive, der in seinem Heimatland England studierte, hatte zum Zeitpunkt der Rückkehr von Jobs zu Apple schon einige futuristisch anmutende Designentwicklungen verworfen. Doch als Steve Jobs die ersten Entwürfe zum neuen iMac sah, dessen Gehäuse aus einem farbenfrohen und transparenten Kunststoff bestehen sollte, war die Zeit der grauen und langweilig aussehenden Computer vorbei.

Mit Jonathan Ive kam die Wendung
Ive hält einen Computer nicht für einen Computer im klassischen Sinn. Bei einem Computer muss das Design nicht erst nach der Funktionalität kommen, meint der Chef-Designer von Apple. Aber auch Ive hat stilistische Vorbilder. So zählt unter anderem der deutsche Produktdesigner Dieter Rams dazu, dessen bekennender Fan Jonathan Ive ist. Rams war von 1961 bis 1995 als Chefdesigner des Unternehmens Braun tätig und war für zahlreiche Produktdesigns verantwortlich, deren Anlehnung sich noch heute in ein paar Apple-Produkten findet. Einige Kritiker von Apple gehen sogar so weit, dass sie Artikel des Unternehmens aus Cupertino als Plagiate einstufen. Als Musterbeispiel für diesen Fakt nennen die Kritiker vornehmlich den Taschenrechner, der im mobilen Betriebssystem iOS von Apple enthalten ist. Dieser ist designtechnisch einem Rechner der ET-Serie von Braun nachempfunden und diesem täuschend ähnlich. Dieter Rams äußerte sich bereits selbst in einem Interview mit dem Stern dazu und gab bekannt, dass die Rechner-App keine Kopie für ihn sei, sondern ein großes Kompliment. Allerdings gibt es auch weitere Produkte von Apple, die Parallelen zu Braun Artikeln aufweisen. So sind zum Beispiel auch die ersten iPods zu nennen, die sich an das Design eines Plattenspielers von Braun anlehnen. Aber auch die Form des modernen Desktop-Computer von Apple, der iMac, sei von Braun Lautsprechern inspiriert.

Rams Zehn Regeln für gutes Produktdesign
Als international anerkannter und geschätzter Designer stellte Dieter Rams die bekannten Zehn Regeln für gutes Design auf. Gutes Design sollte laut Rams innovativ, brauchbar, ästhetisch, ehrlich, unaufdringlich, langlebig, konsequent und umweltfreundlich sein. Außerdem soll ein Produkt so wenig Design wie nur möglich haben. All diese Regeln finden sich auch in Apple-Produkten wieder und sind ein Grund für den Erfolg des Unternehmens. Dieter Rams gab seine Bewunderung für Jonathan Ive und Apple in einem Interview mit der FAZ bekannt: „Die Firmen, die Design wirklich ernst nehmen, können Sie an zehn Fingern abzählen. Apple gehört dazu.“

Fazit
Apple beeindruckt sowohl Fachleute als auch normale Nutzer stets mit den neuen Produkten und deren Design. Wir sind voller Vorfreude auf die noch zu erwartenden Innovationen des Unternehmens und auch davon überzeugt, dass uns Apple mit neuen innovativen Produkten vom Hocker reißen wird.

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